Don Francisco Lluis Baron de Wimpffen, geboren 1o. Oktober 1758 in Altkirch/Elsass –gestorben am 29.Dezember 1831 in Madrid. Geboren als Ludwig de Wimpffen, Sohn des Franz Ludwig de Wimpffen und der Anastasia Zurbach aus Illfurth im Elsass, Nachkomme des Jean Leopold de Wimpffen aus Colmar.Mit 16 Jahren trat er ins deutsche Regiment „Alsace“ ein, das in französischen Diensten stand. (ab 1792 53.Regiment d’Infanterie) Ab 1721 Kadett im Schweitzerregiment Buch, das in spanischen Diensten stand.
Don Lluiz’ Familie stammte aus dem Ort Wimpfen am Neckar im ostfränkischem Reich Austrasien. Seine Vorfahren waren Heermänner der fränkischen Könige, daher auch ihr ursprünglicher Geschlechter – Name Heermann. Sie waren Statthalter der fränkischen Könige im eroberten Sachsen. Einige Mitglieder des Geschlechts bekleideten im 11.Jahrhundert hohe Ämter: Arnold,Probst in Magdeburg wurde 1044 Bischof von Worms, Conrad,sein Bruder Statthalter in Wimpfen.
Im 13. Jahrhundert stieg ein Mitglied dieses Geschlechts zu einem der höchsten Würdenträger der Hohenstaufer auf; Wilhelm von Wimpfen war königlicher Vogt und später Hüter der Reichsinsignien auf der Festung Trifels. Er verschenkte seine Güter an die Stadt seiner Vorfahren und ließ sich im Elsass, in der Stadt Hagenau (heute Frankreich) nieder. Seine Nachkommen Bekleideten in dieser Reichsstadt ebenfalls hohe Ämter.Hans von Wimpfen war im 15.Jahrhundert Schöffen von Hagenau, sein Nachkomme Jean Leopold (Stettmeister) Bürgermeister der Reichstadt. Im 14. Jahrhundert ließ sich ein Zweig der Familie in Augsburg und später in Nürnberg nieder, doch sie kehrte im 17.Jahrhundert wieder zurück ins Elsaß. Johann Georg von Wimpffen war Kanzler des aus Polen vertriebenen Königs Stanislas Leszczinsky; von seinen 8 Söhnen traten 7 in den militärischen Dienst von Frankreich, Russland und Österreich, ein Neffe von ihm, Ludwig, der spätere Don Lluiz „ein.So kam es, das in der Zeit der französischen Revolution und der Napoleonischen Ära zahlreiche Mitglieder dieser Familie in den europäischen Armeen dienten und sich in vielen Schlachten der Epoche auszeichneten bzw. starben. Thionville, Mainz, Austerlitz, Aspern, Wagram, Vitoria, Leipzig sind in der Familie eng mit dem Namen Wimpffen verbunden. Don Luiz, wie er sich in Spanien nannte, blieb unverheiratet. Zu Beginn der französischen Revolution schrieb er sich mit einem „f“, Wimpfen, womöglich wegen der einfacheren Schreibweise .Wie er in seinem Testament formulierte: „mit meinem Tod stirbt diese Linie der Barone von Wimpffen aus“. (gemeint ist die spanische Linie)
Louis de Wimpffen wurde 1793 zum Hauptmann, 1803 Grossmajor im selben Regiement. Am 4.Oktober 1804 übernahm er das Kommando des Schweizerregiments Philipp Schwaller, nachdem Schwaller am 12.August 1804 verstarb. Dieses Schweizerregiment wurde bereits 1734 vom Kanton Solothurn aufgestellt. Als Wimpffen das Regiments- Kommando übernahm, stand dieses bereits im Dienste des spanischen Königs. Interessant ist, dass das Offizierskorps des Regiments ein Schreiben an den Rat der Stadt Solothurn richtete und bat, Wimpfen mit dem Kommando zu beträen. Das Schreiben hatte folgenden Wortlaut:
„Hochgeachteste, Hochzuverehrende Herren Schultheiss und Räth des Souverainen Kantons Solothurn,
zufolge Ihres mächtigen Fürworts geruhten S.M. unser allergnädigster König,laut erlassenen Dekret vom 4. Weinmonat ( Vendemiaire), die durch den Hintritt des sel. Herrn Philipp Schwaller erledigte Obrist Stelle durch unsern so verdienstvollen als allgemein geliebten Major Herrn Ludwig Wimpfen zu besetzen. Dieses für das Regiment so glückliche Ereignis haben wir allein Ihrer so kräftigen Mitwirkung zu verdanken; wie gern befolgen wir hiemit den angenehmen Auftrag eines sämtlichen Officier Corps,Ihnen würdigste Landesväter, in dessen Nahmen den wärmsten Dank abzustatten.Die Freuden Thränen, die in unsern Augen glänzen, sey Zeuge unseres Dankgefühls und der redenste Beweis, wie sehr wir das Glück zu schätzen wissen, Herrn Wimpfen zum Obersten zu haben.
Genehmigen Sie,Hochgeehrteste Herren die Zusicherung unserer unterthänigsten Hochachtung.Tarragona, 14.Winmonat 1804.
Im Nahmen eines sämtlichen Officier Corps: Aug.Cusa,Aide Major Philipp Troetta, Antonio Miesch, Jean Wirz, Josef Krutter, Fulgencio Molo,Capitaine, Franz Schnerauer,Capitaine, Antonio Vivis,Capitaine, Louis Fleury,Capitaine, Francesco Voitel, Capitaine“
Die Schweiz und die spanische Krone schlossen am 2.August 18o4 einen Vertrag, der eine Dauer von 3o Jahren haben sollte und der vorsah, dass die Schweiz 6 Regimenter zu je 19o9 Mann zur Verfügung stellt. Bedingung war die Zugehörigkeit zum katholische Glauben. Außerdem wurde vereinbart, dass ein Drittel der Mannschaft Schweizer sein musste. Als die napoleonischen Kriege auch Spanien erfassten,standen die Schweizerregimenter Traxler, de Preux, Jeune Reding(Rüttimann), Vieux-Reding, Betschart und Wimpffen( mit der Nr.1) im Dienste des Königs von Spanien. Als Joseph Bonaparte den Thron bestieg,weigerten sich die Regimenter Wimpffen, Traxler, Vieux-Reding und Betschart in französische Dienste zu treten; dagegen wurden die Regimenter de Preux und Jeune –Reding in die französische Armee eingegliedert.
Unter dem Namen „Wimpffen Nr. 1“, „Primero de Wimpfen“ nahm das Regiment einen entscheidenden Anteil am spanischen Freiheitskampf in den napoleonischen Kriegen und zeichnete sich besonders in der Schlacht von Vitoria aus. Wimpffen war inzwischen Regimentsinhaber geworden. Ein Jahr nach Übernahme des Kommandos änderte Wimpfen die Uniform des Regiments, das wie folgt beschrieben wurde: Azul con divisa encarnada, sobre vueltas, collarin y solapa.Chupa o chaleco y calzon blancos.Botonadura de metal blanco con el numero del Regimiento grabado en el centro del boton.
Der Bestand des Regiments Wimpffen, das 1807 in Tarragona, auf der Insel las Madas und Barcelona verteilt war, belief sich am 1. Januar 1808 auf 2056 Mann; darunter waren 562 Schweizer und 1094 Deutsche, vor allem aus dem Elsass, der Heimat von Wimpffen. Wimpfen, der das Kommando führte, war 48 Jahre alt, er hatte 26 Jahre Dienstzeit hinter sich. Sein Stellvertreter war Oberstleutnant Viktor Wirz aus Solothurn, 59 Jahre alt mit einer Dienstzeit von 40 Jahren! Der Major Josef Schmidt, ebenfalls aus Solothurn, war 59 Jahre alt, den Wimpffen als 13 jährigen aus Riedholz im Elsass mitnahm, kam so auf eine Dienstzeit von 25 Jahren!
18o7 bezog Wimpfen mit seinem Regiment die Garnison in Barcelona und ging im Auftrag des Königs daran, unter dem Oberkommando des spanischen Generals Trajia, Marques del Palacio aus spanischen Freiwilligen eine Guerillatruppe zusammenzustellen. Die Freiwilligen kamen vor allem aus den Dörfern Santpedor, Sallent, Mola,Igualada, vor allem aber aus Manresa . Die Ausbildung dieser Guerrilatruppe übertrug Wimpffen dem spanischen Generalleutnant Justo de Berriz und dem Guerillaführer Carlos Vicente.
Als am 6.Juni 18o8 bei Bruc (El Bruch) zur ersten Begegnung mit regulären französischen Truppen kam, verfügte Wimpffen über eine ansehnliche Streitmacht; Wimpffens Azul-Regiment bestand aus 3.8oo Mann Infanterie, 2ooo Mann Wallonen und an die 1.5oo katalanischen Freiwilligen-Guerrilleros sowie aus einigen Kanonen. Die französischen Truppen, an die 3.ooo Mann stark mit 2 Kanonen marschierten unter dem Befehl des Kavalleriegenerals Schwartz auf die Städte Manresa und Igualada zu. In Manresa war zuvor ein Aufstand gegen die französische Besatzung ausgebrochen,das Rathaus wurde gestürmt und die französischen Soldaten aus der Stadt vertrieben. Schwartz erhielt den Auftrag, Manresa zu bestrafen und die Truppen Wimpffens zu vernichten. General von Wimpffen hatte über die Kampfkraft seiner bunt zusammengewürfelten – heute würde man sagen „multikulturellen“ Truppe – keine Illusionen gehegt.Kurz zuvor musste er sich mit 3oo seiner Schweizern durch einen französischen Belagerungsring schlagen, nachdem der Gouverneur von Barcelona die Festung Mont Jouy, in welcher Teile von Wimpffens Regiment in Garnison lagen, ohne Kampf den Franzosen auslieferte. Die spanische Besatzung leistete keinen Widerstand und die Schweizer entgingen nur knapp der Vernichtung bzw. der Gefangennahme. Beim Herannahen der französischen Truppen wurde in Manresa ein Kriegsrat abgehalten, um über die einzuschlagende Taktik Entscheidungen zu treffen. Wimpffens Vorschlag, mit den schlecht ausgebildeten spanischen Guerrillatruppen eine starre Verteidigung einzurichten, wurde akzeptiert; das Schweizerregiment sollte im Zentrum Carree bilden und die erste französische Angriffswelle auffangen. Von den Bauern der Umgebung wurden in aller Eile Laufgräben ausgehoben , die Strassen mit gefällten Bäumen belegt.

Wimpffen hieß den Vorschlag des Guerillaführers Vicente gut, zur Täuschung der Franzosen über die Stärke der schweizerisch- spanischen Truppen eine Kriegslist anzuwenden,die später zur „Legende der Tambouren von El Bruch“ wurde.Der Guerillaführer stellte eine kleine Truppe von 14 Tambouren zusammen,postierte diese auf der Anhöhe bei El Bruch am rechten Flügel des in Aussicht genommenen Schlachtfeldes mit dem Auftrag, auf ein vereinbartes Zeichen hin mit dem Trommelschlag zu beginnen. Als Zeitpunkt wurde ein möglicherweise kritischer Augenblick des Schlachtgeschehens vereinbart. Die Franzosen sollten glauben, dass eine mächtig Reserve im Anmarsch sei.
Nach den erfolgreichen zwei Gefechten bei El Bruch wurden die drei „spanischen“ Schweizerregimenter 2 Jahre später zu einer „Helvetischen Division“ zusammengefasst und Wimpffen, inzwischen zum Brigadenegeral befördert, zu deren Kommandeur ernannt. Auf Grund seiner engen Kontakte zu den englischen Invasionstruppen wurde er ins Hauptquartier von Wellington versetzt und übernahm hier die Aufgaben eines Generalstabschefs der vereinigten portugiesisch-spanischen Truppen.
Am 18.April 1814 fiel dem General Wimpffen eine Aufgabe zu, die sein Vetter, der Generalstabschef der österreichischen Armee von EH Carl, Maximilian von Wimpffen 5 Jahre zuvor zu übernehmen hatte; dieser hatte 1809 in seiner Eigenschaft als Generalstabschef der österreichischen Armee den Waffenstillstand von Znaim mit dem Vertreter der französischen Armee, dem Marschall Berthier auszuhandeln gehabt; nun erhielt Don Luis de Wimpffen vom Feldmarschall Marquis de Wellington die Aufgabe, zusammen mit dem Generalstabschef der englischen Armee, Sir George Murray den Waffenstillstand von Toulouse auszuhandeln. Der General Comte Cazan vertrat die Marschälle Duc d’Albufera,Louis Gabriel Suchet und Nicolas Jean-de-Dieu Soult, Duc de Dalmatie.
Der Waffenstillstandsvertrag umfasste 14 Artikel und ordnete die Einstellung der Feindseligkeiten zwischen der französischen Armee und den vereinigten englisch -spanisch-portugiesisch Truppen an.
Unterzeichnet wurde die Convention von Major General G.Murray MG and QMG und Luis Wimpffen, Xefe de EMG de Campana de los Exercitos Espanoles.
Am 14. Juni 1813 schrieb Wellington an den General de Wimpffen:
„Mon cher General,
En ecrivant au Comte de la Bisbal sur sa marche, je vous prie de lui dire de tirer de subsistances de Tordesillas et de Valladolid; et, apres avoir passe Valladolid, de Lerma, Ros etc. et le pays entre le Pisuerga, le Duero, et l‘ Arlanzon“.
Agreez etc. Wellington
PS Je ferai arreter le courier jusqu’a l’arrivee des ordres sur ce sujet, en cas que vous ayez ecrit le premier avant de recevoir celle-ci.
Der spanische König verlieh ihm 1816 nach Abschluss der „guerra de la Indepencia“ das Großkreuz des St. Ferdinandordens; er wurde Mitglied des „Lilienordens“,1818 wurde er zum Feldmarschall befördert. Der König verlieh ihm gleichzeitig den St.Hermenengild- Orden.
Bereits 1814 wurde Wimpffen in das Bürgerrecht der Stadt Solothurn/Schweiz aufgenommen. Aufgrund seiner Verdienste als Oberkommandant der Schweizerregimenter in Spanien in den Jahren 1810– 1821 erließ ihm der Solothurner Stadtrat die Einbürgerungstaxe.
Das Stadtarchiv von Madrid – Archivo Historico de Protocolos de Madrid , Comunidad de Madrid – verwahrt umfangreiche Unterlagen über den Werdegang und Militärkarriere des Marschalls, darunter ein Testament von 6 Seiten.(Signatur Tomo: 24921, Folio Inicio 469 r-Folio Final 477 r vom 24. 11. 1815) Zuständig: Teresa Diez de los Rios San Juan,Direktorin des Archivs.E-Mail: ahpm@madrid.org.
Das Testament des Generalleutnants hat folgenden Wortlaut:
„Testamento que hace Don Francisco Louis Wimpffen, Teniente General de los Ejercitos de S.M. Catolica, Coronel del Regimento Suizo de su apellid0, gran Cruz de la Real y Militar Orden de S. Fernando de la … de S.Hermenegildo, cavallero de la Orden de la flor de Lys, con differates decoraciones militares come de las Batallas de Vitoria, de Saro, de Tolosa, del ejercito primer de idem del tercerro y quarto etc.etc.“
siehe auch „Spaniens Morgarten….“ in www.wimpffen.de
Übersetzung aus dem Spanischen:
Barcelona, 30. Juli 1825
Herrn Don Antonio de Martí
Mein sehr geehrter Herr,
Ihr geschätzter Brief vom 28. ist ein weiterer Beweis Ihrer Güte und Ehre.
Was mich betrifft, so danke ich Ihnen unendlich und werde mich gemeinsam mit dem Freund Ysport bemühen, die Angelegenheit, falls sie eintritt, so zu Ende zu bringen, wie es der Gerechtigkeit, dem guten Glauben und der Freundschaft zwischen Ihnen und Herrn Wimpffen entspricht. Dabei werde ich darauf achten, dass möglichst viel von den Gütern des Herrn Fructuoso zurückgewonnen werden kann, um damit das zu erfüllen, was Herrn Fays geschuldet ist.
Ich verbleibe zu Ihren Diensten und verbleibe Ihr ergebener
Q.S.M.B.
Guillermo Oliver
Übersetzung aus dem Spanischen:
Tarragona
Barcelona, 29. September 1827
Mein lieber Herr und Freund,
ich antworte auf Ihr geschätztes Schreiben vom 24. Dennoch muss ich Ihnen sagen, dass wir die Klage nicht weiter verfolgen sollen, die in der Sache zwischen Ihnen und dem General Wimpffen eingereicht wurde. Herr Coroleu hat entschieden, dass davon abzusehen ist, und es ist nicht ausreichend, dass von Seiten des Herrn Wimpffen in gewisser Weise Berufung eingelegt wurde, wie Sie sehen werden, gemäß der beigefügten Entscheidung.
In diesem Moment müssen Sie sehr vorsichtig sein wegen der Verpflichtungen, die Sie gegenüber dieser Stadt und Ihrer Gnade haben.
Ich stehe Ihnen zur Verfügung.
Ihr ergebener Diener
Übersetzung aus dem Spanischen:
Tarragona, den 6. Dezember 1827
Mein Herr und Freund:
Ich habe den sehr geschätzten Brief von Ihnen vom 4. dieses Monats erhalten, in dem Sie mir die Nachricht von der Bestätigung des Urteils durch das Berufungsgericht mitteilen, das das Konsulat in der anhängigen Angelegenheit gefällt hatte.
Ich bin mit dieser Entscheidung einverstanden; eine Kopie des Urteils werden Sie mir mit dem nächsten Postlauf zusenden. In dem Fall, dass der Herr Konsul hinsichtlich des zweiten Teils des Urteils Berufung einlegt, da er der Meinung ist, dass dies so erfolgen sollte.
Bewahren Sie sich wohl, und ich verbleibe
Ihr ergebener Diener.
Antonio de Marti (Unterschrift)
Wimpffen, Francisco Luis. Altenkirchen, Elsass (Frankreich ) , ca. 1760 – Madrid, 29.XII.1831 (Übersetzung aus dem Spanischen)
Er trat am 26. Dezember 1781 als angesehener Soldat in das Schweizer Regiment Buch ein und wurde am 19. Juli 1782 zum Kadetten des Schweizer Regiments Kruter befördert, wo er anschließend zum Leutnant der Schützen befördert wurde (18. März 1784). ., Leutnant der Grenadiere (6. Juli 1785) und 2. Leutnant (30. März 1788). Anschließend war er am 9. Juli 1790 Oberleutnant im Schwaller-Regiment, am darauffolgenden 15. Oktober Adjutant-Major und am 15. Juli 1793 diplomierter Hauptmann.
Während des Krieges gegen Frankreich diente er ab dem 11. August 1794 in der katalanischen Armee und wurde zwei Tage später bei den Angriffen auf Terrades gefunden (13. August) und dann in Montroig (21. September) sowie bei der Verteidigung der Figueras-Linien vom 17. bis 20. November und nahm während des Rückzugs in der Perelada-Ebene mehr als 1.200 Flüchtlinge auf, die nach Figueras führten . Anschließend ging er als Freiwilliger zur Verteidigung von Rosas und diente vom 28. November 1794 bis zu seiner Evakuierung am 2. Februar 1795 als Assistent des Gouverneurs Domingo Izquierdo, wobei er sich dabei zwei blaue Flecken zuzog. Bei der Beförderung am 9. Februar desselben Jahres erhielt er den Rang eines Oberstleutnants und am 17. desselben Monats die Beförderung zum 2. Hauptmann. Zu Beginn des folgenden Monats marschierte er zur Armee von Navarra, wo er bis zum Frieden als Izquierdos Assistent fungierte.
Im Juli 1798 wurde er als Lehrassistent für die neue Taktik an die Akademie von Ávila geschickt. Ein königlicher Befehl vom 19. April 1799 wies ihn nach Mallorca als Attaché des dort tagenden Generalstabs der Armee ab, wo er angesichts der Bedrohung durch die Engländer zum Kommandeur eines Drittels von eintausendzweihundert Mann ernannt wurde. er ausbilden und unterweisen musste.
Durch einen weiteren königlichen Befehl vom 15. April 1800 beauftragte er ihn mit der Inspektion, der Abrechnung und Berichtigung sowie der Organisation einer Abteilung von dreihundert Mann des Schweizer Regiments von Courten, die für den Dienst in Holland bestimmt war. Als Oberst Schmid das Kommando über das Schwaller-Regiment übernahm, wurde er am 13. März 1803 zum Sergeant-Major des Regiments ernannt. Der Staatsrat des Schweizer Kantons Solothurn erkannte ihn am 20. Februar 1804 als Bürger desselben an und übernahm das Kommando des Felipe-Schwaller-Regiments am folgenden 4. Oktober in Palma de Mallorca stationiert und marschierte der Garnison nach Tarragona nach.
Bei Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges wurde er am 7. Juni 1808 vom Generalkapitän von Katalonien, dem Grafen von Ezpeleta, zum Interimsgouverneur der Plaza de Tarragona ernannt, da Gouverneur Antonio Correa in Barcelona war und der Leutnant des Königs, Fernando Seydel war vom Volk abgesetzt worden. Er lehnte die Angebote von General Chabran ab, sich der französischen Armee anzuschließen.
Am 24. Oktober 1808 trat er der von Juan Miguel Vives kommandierten Armee bei und nahm unter seinem Befehl am 8. November als Stellvertreter der Kolonne von Carlos Witte am erfolglosen Angriff auf Barcelona teil. Bei den Angriffen vom 26. und 27. desselben Monats befehligte er die 3. Kolonne. Am 16. Dezember erlitt er einen Angriff in Sarria, als er sich am 21. auf dem Rückzug zur Llobregat-Linie befand, wo er 2. Kommandant auf der linken Seite war. Am 11. Januar 1809 wurde er mit der Reorganisation der migueletes tercios beauftragt und übernahm das Kommando über eine Division in Igualada. Am 2. Februar 1809 wurde er zum Brigadier befördert und zum Generalmajor aller Tercios ernannt. Am 23. Februar erhielt er das Kommando über die Division Valles, das er bis August innehatte. Am 1. Mai 1809 wurde er zum Feldmarschall befördert.
Als Kommandeur einer Division unter dem Kommando von Joaquín Blake versuchte er, Nahrung und Munition in das belagerte Gerona zu bringen, wurde jedoch am 26. September 1809 völlig geschlagen und verlor bei dem Versuch fast dreitausend Mann. Im März 1810 befehligte er vier Divisionen und zog sich von Tarrasa nach Tarragona zurück. Im folgenden Mai kehrte er mit drei Divisionen nach Llobregat zurück, bis er am 9. Juni auf Befehl von Enrique O’Donnell zum Stabschef der ersten Armee ernannt wurde. Er nahm an den Aktionen des Monats August in der Ebene von Tarragona gegen Macdonalds Truppen teil, insbesondere am 25. August, bei dem die Stadt Valls befreit wurde.
Als O’Donnell schwer verwundet wurde, befehligte er vorübergehend die Armee, von September bis Ende Dezember 1810. Anfang 1811 wurde er nach Cádiz geschickt, um Hilfe zu bitten, und wurde dort zum Unterinspektor der Infanterie ernannt der 4. Armee, am 2. Mai und im folgenden Monat Stabschef dieser Armee auf der Isla de León und befehligte sie vorübergehend vom Oktober 1811 bis zum 12. Februar 1812, als Enrique O’Donnell eintraf. Am 26. Februar 1812 wurde er zum Mitglied der Militärkommission der Kriegsdirektion und zum 2. Generalstabschef ernannt und begleitete die letzten Monate der Verteidigung von Cádiz.
Am 3. Januar 1813 wurde er zum Chef des Generalstabs im Feldzug ernannt und dem Hauptquartier von Lord Wellington zugeteilt, mit dem er immer gute Beziehungen pflegte und in dessen Anstellung er bis zum Ende des Krieges blieb und bei den Schlachten anwesend war Vitoria, Sorauren, Nivelle und Toulouse. Am 19. April 1814 unterzeichnete er mit Suchet das Ende der Feindseligkeiten in Katalonien.
Nach dem Krieg zog er nach Madrid und wurde am 8. Juli 1814 zum Mitglied des Heeresorganisationsausschusses unter dem Vorsitz des Infanten Don Carlos ernannt. Wenige Tage später wurde er am 28. Juli zum Generalleutnant befördert. Am 16. August erhielt er auch die vom Kanton Soleure verliehene Ernennung von Patricio.
Während der Hundert Tage war er Stabschef der Beobachtungsarmee von Aragon auf Befehl von José Palafox, in dessen Anstellung er vom 30. April 1815 bis zur Auflösung dieser Armee am 31. Januar 1816 blieb nach Madrid.
Generalleutnant Pedro Agustín Girón, 2. Kommandeur dieser Armee, äußerte in seinen Erinnerungen seine Meinung über Wimpffen: „… ernst und formell, ein hochgebildeter Soldat und ein ehrlicher und anerkennenswerter Mann“.
Am 5. September 1816 wurde er unter der Präsidentschaft des kleinen Don Carlos zum Mitglied des Fortifications Board und am 11. November zum Mitglied des Finance Board ernannt. Im selben Jahr wurde ihm das Großkreuz von San Fernando (21. August) und zwei Jahre später das von San Hermenegildo (2. August 1818) verliehen.
Am 28. Juni 1819 erhielt er den Auftrag, die drei verbliebenen Schweizer Regimenter (Wimpffen, De Zey und Kaiser) zu inspizieren, führte am 16. August das 1. in Salamanca durch und zog nach Palma de Mallorca, wo sich das 4. (De Zey) befand und wo er von der Verkündigung der Verfassung überrascht wurde, die er am 18. April 1820 ablegte und am folgenden Tag zum Mitglied des Beirats ernannte.
Am 7. Januar 1821 wurde er zum Mitglied der Versammlung des San Fernando-Ordens ernannt. Nach der Restauration von Fernando VII. wurde er von den Regierungen Spaniens und der Helvetischen Eidgenossenschaft beauftragt, die Reform der Schweizer Regimenter durchzuführen.
Am 23. März 1825 wurde seine Reinigung für sein Verhalten während der Verfassungsperiode genehmigt und er starb 1831 unverheiratet in Madrid.
Wimpffen, Francisco Luis. Altenkirchen, Alsacia (Francia), c. 1760 – Madrid, 29.XII.1831 (Original)
Ingresó como distinguido en el Regimiento suizo de Buch, el 26 de diciembre de 1781, siendo promovido a cadete en el Regimiento suizo de Kruter, del 19 de julio de 1782, en donde ascendió seguidamente a subteniente de fusileros (18 de marzo de 1784), subteniente de granaderos (6 de julio de 1785) y 2.º teniente (30 de marzo de 1788). Fue luego primer teniente en el Regimiento de Schwaller, el 9 de julio de 1790, ayudante mayor, el 15 de octubre siguiente y capitán graduado, el 15 de julio de 1793.
Durante la guerra contra Francia, sirvió en el Ejercito de Cataluña, desde el 11 de agosto de 1794, hallándose dos días más tarde en los ataques a Terrades (13 de agosto) y luego en Montroig (21 de septiembre), así como en la defensa de las líneas de Figueras, del 17 al 20 de noviembre, recogiendo durante la retirada, en la llanura de Perelada, mas de mil doscientos fugitivos, que condujo a Figueras. Marchó luego de voluntario a la defensa de Rosas, sirviendo de ayudante del gobernador Domingo Izquierdo, desde el 28 de noviembre de 1794, hasta su evacuación, el 2 de febrero de 1795, recibiendo dos contusiones, durante el mismo. Recibió el grado de teniente coronel, en la promoción del 9 de febrero de ese año y seguidamente el ascenso a capitán 2.º, el 17 del mismo mes. A principios del mes siguiente, marchó destinado al Ejército de Navarra, en donde continuó de ayudante de Izquierdo, hasta la paz.
En julio de 1798, fue ayudante de instrucción, para la nueva táctica, siendo enviado a la Academia de Ávila. Una Real Orden del 19 de abril de 1799, le destinó a Mallorca, como agregado al Estado Mayor del Ejército que allí se reunía, ante la amenaza de los ingleses, siendo nombrado comandante de un tercio de mil doscientos hombres, que tuvo que formar e instruir.
Por otra Real Orden, del 15 de abril de 1800, le encomendó pasar inspección y arreglar y ajustar las cuentes, así como la organización de un destacamento de trescientos hombres del Regimiento suizo de Courten, destinados para el servicio de Holanda. Al tomar el coronel Schmid, el mando del Regimiento de Schwaller, fue nombrado sargento mayor del Regimiento, el 13 de marzo de 1803. El Consejo de Estado del cantón suizo de Soleure, le reconoció como ciudadano del mismo, el 20 de febrero de 1804, asumiendo el mando del Regimiento de Felipe Schwaller, el 4 de octubre siguiente, estacionado en Palma de Mallorca, marchando después de guarnición a Tarragona.
Al estallar la Guerra de la Independencia, fue nombrado por el capitán general de Cataluña, el conde de Ezpeleta, gobernador interino de la plaza de Tarragona, el 7 de junio de 1808, ya que el gobernador Antonio Correa, se hallaba en Barcelona y el teniente de rey, Fernando Seydel, había sido depuesto por el pueblo. Rechazó los ofrecimientos del general Chabran, para incorporarse al Ejército francés.
El 24 de octubre de 1808, se unió al ejército mandado por Juan Miguel Vives, tomando parte a sus órdenes, en el infructuoso ataque a Barcelona, el 8 de noviembre, como segundo jefe de la columna de Carlos Witte. En los ataques del 26 y 27 de ese mismo mes, mandó la 3.ª columna. El 16 de diciembre, sostuvo un ataque en Sarria, hallándose en la retirada a la línea del Llobregat, el día 21, en donde fue 2.º comandante de la izquierda. El 11 de enero de 1809, se le encomendó reorganizar los tercios de migueletes, asumiendo el mando de una división en Igualada. Recibió el ascenso a brigadier, el 2 de febrero de 1809, siendo nombrado mayor general de todos los tercios y el día 23, se le dio el mando de la división del Valles, que conservó hasta agosto. Fue promovido a mariscal de campo, el 1 de mayo de 1809.
Mandando una división a las órdenes de Joaquín Blake, intentó introducir víveres y municiones en la sitiada Gerona, pero fue totalmente derrotado, el 26 de septiembre de 1809, perdiendo cerca de tres mil hombres en el intento. En marzo de 1810, mandó cuatro divisiones, retirándose desde Tarrasa a Tarragona. En mayo siguiente, con tres divisiones, volvió al Llobregat, hasta el 9 de junio, que fue nombrado jefe de estado mayor del primer ejército, a las órdenes de Enrique O’Donnell. Asistió a las acciones del mes de agosto en el llano de Tarragona, contra las tropas de Macdonald, particularmente el 25 de agosto, que libró al pueblo de Valls.
Al ser herido gravemente O’Donnell, mandó interinamente el ejército, desde septiembre a fines de diciembre de 1810. A principios de 1811, fue enviado a Cádiz, con el fin de solicitar socorros, siendo allí nombrado, subinspector de infantería del 4.º ejército, el 2 de mayo y al mes siguiente, jefe de estado mayor de ese ejército, en la Isla de León, mandándolo interinamente desde octubre de 1811, hasta el 12 de febrero de 1812, que llegó Enrique O’Donnell. El 26 de febrero de 1812, fue nombrado vocal de la Comisión Militar de la Dirección de la Guerra y 2.º jefe del Estado Mayor General, asistiendo a los últimos meses de la defensa de Cádiz.
El 3 de enero de 1813, fue nombrado jefe del estado mayor general en campaña, agregado al cuartel general de lord Wellington, con quien mantuvo siempre buenas relaciones y en cuyo empleo permaneció hasta el final de la guerra, hallándose presente en las batallas de Vitoria, Sorauren, Nivelle y Toulouse. El 19 de abril de 1814, firmó con Suchet, el fin de las hostilidades en Cataluña.
Finalizada la guerra, se trasladó a Madrid, siendo el 8 de julio de 1814, nombrado vocal de la Junta de Organización del Ejército, presidida por el infante don Carlos. Días más tarde fue ascendido a teniente general, el 28 de julio. Recibió así mismo el nombramiento de Patricio, otorgado por el cantón de Soleure, el 16 de agosto.
Durante los Cien Días, fue jefe de Estado Mayor del Ejército de Observación de Aragón, a las órdenes de José Palafox, en cuyo empleo permaneció desde el 30 de abril de 1815, hasta la disolución de ese Ejército, el 31 de enero de 1816, que regresó a Madrid.
El teniente general Pedro Agustín Girón, 2.º comandante de ese Ejército, opinaba sobre Wimpffen en sus Recuerdos “… grave y formal, militar muy instruido y hombre honrado y apreciable”.
El 5 de septiembre de 1816, fue nombrado vocal de la Junta de Fortificaciones, bajo la presidencia del infante Don Carlos y el 11 de noviembre, vocal de la Junta de Hacienda. En ese mismo año, le fue concedida la Gran Cruz de San Fernando (21 de agosto) y dos años mas tarde la de San Hermenegildo (2 de agosto de 1818).
El 28 de junio de 1819, fue comisionado para pasar revista de inspección a los tres regimientos suizos que quedaban (Wimpffen, De Zey y Kaiser), realizando la 1.ª en Salamanca, el 16 de agosto y trasladándose a Palma de Mallorca, donde se encontraba el 4.º (De Zey) y en donde le sorprendió la proclamación de la Constitución, que juró el 18 de abril de 1820, siendo nombrado al día siguiente, vocal de la Junta Consultiva.
El 7 de enero de 1821, fue designado vocal de la Asamblea de la Orden de San Fernando. Tras el restablecimiento de Fernando VII, fue comisionado por los gobiernos de España y el de la Confederación Helvética, para realizar la reforma de los regimientos suizos.
El 23 de marzo de 1825, se aprobó su purificación por su conducta durante el periodo constitucional, falleciendo soltero en Madrid, en 1831.
Fuentes y bibl.: Archivo General Militar (Segovia), Expedientes Personales, U-35; Célebres, Caja 934, exp. 69; Archivo General de Simancas, Secretaría de Guerra, leg. 2660, C.º IV, fol. 35.
A. Blanch, Historia de la Guerra de la Independencia en el antiguo Principado, Barcelona, 1861; J. Gómez de Arteche, Guerra de la Independencia, Madrid, Imprenta y Litografía del Depósito de la Guerra, 1868-1903; VV. AA., Campaña en los Pirineos a finales del Siglo xviii, t. III, vol. 2, Madrid, Servicio Histórico Militar, 1954; Servicio Histórico Militar, La Guerra de la Independencia, Madrid, Librería Editorial San Martín, 1972; P. A. Girón, Recuerdos (1778-1837), t. II, Pamplona, Ediciones de la Universidad de Navarra, 1979.
Alberto Martín-Lanuza
Quellen und Bibl.: General Military Archive (Segovia), Personal Files , U-35; Célebres , Box 934 , exp. 69; Generalarchiv von Simancas, Kriegsminister , Bein. 2660, C.º IV, fol. 35.
A. Blanch, Geschichte des Unabhängigkeitskrieges im ehemaligen Fürstentum, Barcelona, 1861; J. Gómez de Arteche, Unabhängigkeitskrieg, Madrid, Druck und Lithographie des Depósito de la Guerra, 1868-1903; VV. AA., Feldzug in den Pyrenäen Ende des 18. Jahrhunderts, t. III, Bd. 2, Madrid, Militärhistorischer Dienst, 1954; Historischer Militärdienst, Der Unabhängigkeitskrieg, Madrid, Editorial San Martín Bookstore, 1972; PA Girón, Erinnerungen (1778-1837), t. II, Pamplona, Ausgaben der Universität Navarra, 1979.
Literatur: Schweizer Infanterieregiment von Wimpffen. Haupt Stand welcher in sich enthält die Namen,Vaterland,Alter, Stuffenweise Vorrückung und DienstJahre der Officiers des gesagten Regiments, welche sich in Diensten seiner Katholischen Majestät befinden nebst vorgefallenen Neuigkeiten vom Monat April 1808 bis Ende Dezember 1814
Palma de Maillorca, 31 desembre 1814
Schweizer Infanterieregiment von Wimpffen…. nebst vorgefallenen Neuigkeiten vom jüngst verflossener Jahr
Palma de Maillorca 1816, 1817, 1819
Rang Listen Der Herrn Staabs und Ober Officiers des Löblichen Schweizer Infanterie Regiments von Wimpffen in Diensten seiner Majestät des Königs von Spanien und Indien
Palma de Mallorca 1819
Carta de Luiz von Wimpffen a S.E.M.l’Avoyer encharge de la Ville et Canton de Soleure.Incipit: Excellence.Nous venons d’experimenter un changement…
Palma de Maillorca,8.abril 1820
GeneralLieutenant Ludwig von Wimpffen melden dem Vovort (LU) dass das Schweizer Regiment auf Majorka in spanischen Diensten auf die neue Verfassung vereidigt worden
Palma de Maillorca 1820
Luiz de Wimpffen: El Inspector General en comision de los Regimientes de infanteria Suiza al servicio Nacional de las Espanas
Palma de Mallorca, 30 de marzo de 1820
Joseph Valentin Keller-Zschokke: Franz Josef Stephan VOITEL von Solothurn, 1773-1839 Oberstleutnant im 1. Spanischen Schweizerregiment von Wimpffen seine Lebensschicksale
Verlag Vogt-Schild, Solothurn 1929
Bericht des Herrn Generalieutenant von Wimpffen an Seine Excellenz den Herrn Presidenten des Eidgenössischen Vorortes.
Soleure 1825
Don Lluiz Baron de Wimpffen: Spaniens Morgarten lag in Katalonien
Essay von Hans Hermann von Wimpffen.
Am Fuße des weltberühmten Klosters Montserrat, nördlich von Barcelona liegt das kleine, romantische, katalanische Dorf El Bruc. Eingebettet in Olivenhainen und Weingärten ist das Gelände durchzogen von tiefen Schluchten, Steinmauerchen und Lehmwällen. Die Häuser des länglichen Dorfes wurden hart am Rand einer bis zu 7o m tiefen Schlucht angelegt, in der vor 2oo Jahren die Hauptverkehrsader zwischen Barcelona und der französischen Grenze verlief.
Als gegen 11.oo Uhr des 6.Juni 18o8 ein 3.8oo Mann starker französischer Truppenverband unter dem Kommando des Kavalleriegenerals Schwarz von Barcelona kommend den Ortsrand von El Bruc erreicht, ahnt dieser nicht, dass er Zeuge und Mitwirkender eines Ereignisses wird, das die Geschichte Spaniens der kommenden Jahre entscheidend beeinflussen und Napoleon Jahre später auf St.Helena zum Ausspruch veranlassen wird: „Spanien hat mich umgebracht“.
Des Generals Schwarz Truppe ist Teil der französischen Besatzungsmacht in Spanien, die Anfang 18o8 an die 15o.ooo Mann stark ist. Napoleon hat Madrid besetzen lassen, den König Karl IV. zur Abdankung zu Gunsten seines Sohnes gezwungen.Als jedoch bekannt wird, dass die ganze königliche Familie nach Frankreich gebracht werden soll, bricht in Madrid ein Volksaufstand aus, der von den französischen Truppen blutig niedergeschlagen wird .
Würde Napoleon in dieser Situation den legitimen Thronfolger, Ferdinand auf dem Thron folgen lassen, Spanien könnte Frankreichs Verbündeter im Kampf gegen England werden – doch der französische Kaiser entscheidet anders: er wird seinen Bruder Joseph auf den spanischen Thron erheben.Der König Joseph wird damit Hauptakteur einer „Mission impossible“ Nach Ansicht des französishen Generals Marcellin de Marbot „eines großen Mannes unwürdiges Verfahren. Sich als Vermittler zwischen Vater und Sohn aufzudrängen, sie dann in eine Falle zu locken und beide auszuplündern, das war eine Abscheulichkeit, eine verächtliche Handlungsweise, die die Geschichte gegeißelt und die Vorsehung bestraft haben, denn der Krieg in Spanien wurde die eigentliche Ursache des Sturzes Napoleons.“
Die Niederschlagung der Volkserhebung in Madrid am 2.Mai mit über 3.ooo toten Zivilisten und die Entführung der königlichen Familie hatte das Volk erbittert. Spanien erhob sich wie ein Mann, die leitende Junta von Sevilla erklärte Frankreich den Krieg.Im ganzen Land flackern Aufstände auf, die Kämpfe werden mit äußerster Brutalität geführt: gefangene französische Soldaten werden gemartert, an Scheunentoren gekreuzigt, den Wegesrand säumen Galgen, auf denen aufständische „Banditen“ hängen, Dörfer werden niedergebrannt.Ein Befehl Napoleons ordnet an, dass jeder mit der Waffe in der Hand ergriffene Zivilist sofort und unerbittlich erschossen werden musste.
Auch der Kavalleriegeneral Schwarz erhält den Befehl, einen örtlichen Aufstand niederzuschlagen und die „Ordnung wieder herzustellen“. In der Stadt Manresa, nördlich von El Bruc stürmte das Volk das Rathaus, vetrieb die französischen Besatzer und plündert die Nachschubmagazine der Franzosen. Dabei erbeutet die Menge Waffen und zahlreiche Fässer mit Schießpulver.
Als der französische Truppenverband am Vormittag des 6. Juni die Schlucht am Rande von El Bruc passieren will, krachen von den umliegenden Anhöhen plötzlich Schüsse.
Überall lauern Aufständische, zu erkennen an ihren roten Mützen – Barretinos – und feuern aus allen Rohren. Doch als die Franzosen zum Sturmangriff ansetzen, stoßen sie auf den Widerstand von Soldaten in blauen Uniformen, an deren gut organisierten Feuersalven die wiederholten Angriffe zusammenbrechen. Drei Angriffswellen werden blutig zurückgeschlagen, Häuser brennen, über 3oo Tote liegen auf dem Schachtfeld, darunter 7 Guerilleros aus El Bruc.Als aus der Ferne ein dumpfer Trommelschlag zu vernehmen ist, brechen die Franzosen das Gefecht ab und ziehen sich nach Abrera, Richtung Barcelona zurück.
Die vermeintliche Bauernrebellion hat sich dank der „Azules“, wie die Soldaten in ihren blauen Uniformen genannt werden, zu einem regelrechten Gefecht entwickelt, in dessen Mittelpunkt die organisierte Abwehr des „Regiment Suizos Nr. 1 Baron von Wimpffen“ steht. Wie kamen Schweizer Soldaten aus Solothurn,Freiburg und Aargau in dieses „gottverlassene“ Nest El Bruc, in der Mitte Kataloniens – wird man sich fragen.
Seit 1515 standen Schweizer im Dienste spanischer Könige.Bis 18o4 dienten 5 Schweizerregimenter der spanischen Krone.Auf Grund der Militärkapitulation von 18o4 versahen 6 Schweizerregimenter ihren Dienst in der spanischen Armee.Neben anderen ausländischen Regimentern,vor allem wallonischen, bildeten die Schweizer Regimenter das Rückgrat der spanischen Armee, die sich seit Ausbruch der Französischen Revolution in der Defensive bzw. Auflösung befand.
Alle Schweizerregimenter trugen als Uniform einen blauen Waffenrock mit rotem Kragen und Silberschnüren sowie schwarze Hose.Das Kennzeichen der Offiziere bestand außer dem Säbel und Rangabzeichen in einem Hut mit Federbusch.Die einzelnen Regimenter unterschieden sich durch die Umschrift auf den Rockknöpfen, die je nach Regiment Suizos Nr. 1 etc. lautete.
Viele Angehörige der Schweizer Regimenter standen vor einer Gewissensentscheidung, als der Krieg Spaniens gegen Napoleon begann; die Frage war, kämpft man, wie es der Eid befahl für den rückständigen König und den Erhalt der Monarchie, also für das „Ancien Régime“ oder legt man vor dem Kaiser der Franzosen die Waffen nieder, um den Idealen der „Liberté, Fraternité, Egalité“ zum Siege zu verhelfen. Zwei der 6 Schweizer Regimenter entschieden sich für Napoleon und wurden in die französische Armee in Spanien eingegliedert.
Das Regiment „Suizo Nr.1 de Wimpffen“, das bei El Bruc den Franzosen die Stirn bot, entschied sich,wahrscheinlich unter dem Eindruck des Verhaltens der französischen Besatzungstruppen 1798 in Sachen Helvetische Republik für die Krone Spaniens und wurde zu einem legendären Truppenkörper der spanischen Freiheitskriege in der Zeit von 18o8 bis 1814,der an 45 Gefechten und Schlachten teilnahm und an dessen Fahnen die Namen Vitoria, Saragossa und Tarragona von seinem Heldenmut kündigen.Als es bei El Bruc die Truppen des Generals Schwarz schlug, betrug sein Bestand 2o56 Mann – 1812 hatte es nur noch 152 Mann.
18o7 bezog der Kommandeur, Oberst Ludwig(Lluiz) von Wimpffen mit seinem Regiment in Barcelona Garnison. Im Auftrag des Königs ging er und sein Stab daran, aus Zersprengten der spanischen Armee und aus Freiwilligen eine Guerillatruppe zusammenzustellen, die auf die Besatzungstruppen Überfälle durchführen sollte. Die Freiwilligen wurden aus der nördlich von Barcelona gelegenen Dörfern und Städten angeworben: aus Santpedor, Sallent, Mola, Igualada, vor allem aber aus Manresa. Die Ausbildung der Guerilleros übertrug Wimpffen dem spanischen Generalleutnant Justo de Berriz und dem Guerillaführer Carlos Vicente. Als am 6. Juni 18o8 bei El Bruc zur ersten Begegnung mit den regulären französischen Truppen kam, verfügte Wimpffen über eine ansehnliche Streitmacht; Wimpffens „Azul-Regiment“ bestand aus 2o56 Mann, hinzukamen 2.ooo Überläufer der „Wallonischen Garden“ ,über 1.ooo Mann spanische Infanterie sowie über 1.5oo katalanische Freiwillige, vorwiegend Bauern aus den genannten Ortschaften. Alles in allem an die 6.ooo Mann.
Der Regimentskommandeur hatte über die Kampfkraft seiner bunt zusammengewürfelten „multikulturellen“ Truppe sicher keine Illusionen gehegt. Über die Bündnistreue und Ausharrungsvermögen der schlecht ausgerüsteten und ausgebildeten spanischen Truppen konnte man auch nicht sicher sein. Kurz zuvor musste er sich mit 3oo Mann seines Regiments durch einen französischen Belagerungsring schlagen, nachdem der Gouverneur von Barcelona die Festung Mont Juic, in welchem Teile des Schweizerregiments in Garnison lagen, ohne Kampf den Franzosen auslieferte.Die spanische Besatzung leistete keinen Widerstand und die Schweizer entgingen nur knapp der Vernichtung bzw. der Gefangennahme.Die sichersten Verbündeten waren zweifellos die katalanischen Freischärler und die Bauern. Sie beobachteten die französischen Truppenbewegungen, halfen beim Ausheben von Laufgräben, verlegten die Strassen mit gefällten Bäumen.
Der Unterleutnant Francisco Krutter (von Solothurn) wurde von Oberst von Wimpffen beauftragt, mit 24 Kameraden kleine Freischärler-Detachments zu bilden und diese im Gefecht zu führen.
Da man nicht wusste, in welcher Stärke die Franzosen anrücken werden, wurde beschlossen, im Falle eines kritischen Augenblicks der zu erwartenden Schlacht, eine Kriegslist anzuwenden.Die Franzosen sollten über die Stärke der schweizerisch-katalanischen Verteidiger getäuscht werden. Krutter und der Guerillaführer Vicente wurden beauftragt, in den Ausläufen des Montserrat eine Stelle mit einem weitreichenden Echo zu suchen. Als die Stelle gefunden war, wurde der aus Santpedor gebürtige Isidre Llussa Casanoves (1791-18o9), zusammen mit einigen jungen Aufständischen postiert; sie erhielten große Armeetrommeln und sollten, auf ein vereinbartes Zeichen hin mit einem mächtigen Trommelwirbel beginnen. Wimpffen wusste,welche demoralisierende Wirkung der berühmte „Trommelschlag von Austerlitz“ auf die gegnerische Armeen von Napoleon ausgeübt hat – drei Mitglieder seiner Familie kämpften bei Austerlitz gegen Napoleon!
Die Rechnung ist tatsächlich aufgegangen: als am 6.Juni gegen Abend der Trommelschlag ertönt, vom Echo des Montserrats verstärkt, gibt der Brigadegeneral Schwarz das Zeichen zum Rückzug. Er ist mit Recht der Annahme, weitere reguläre „Azuls“ seien im Anmarsch – es ist die Geburtsstunde der „Legende des Tambours von El Bruc“.
Der Sieg über einen regulären französischen Truppenverband breitet sich in ganz Spanien wie ein Lauffeuer aus, denn man weist mit Stolz auf die Tatsache hin, dass es den schlechtbewaffneten Guerilleros gelungen ist, die für unschlagbar gehaltene Armee Napoleons zu besiegen. Das Signal für die Erhebung war gegeben und seit El Bruc hieß die Parole,die jeder Soldat auf einem roten Band trug:
„Viva Fernando setimo y la santa religion.Vencer o morir por la patria y naestro rey“
Für die Franzosen ist El Bruc ein ärgerlicher Zwischenfall,den man bald korrigieren wird.Sie ahnen nicht, dass El Bruc der Beginn der „guerra del frances“ ist, der Guerra de la Independencia“, der Beginn des Untergangs der napoleonischen Hegemonie in Europa.
Am 14.Juni erscheint vor El Bruc ein neuer französischer Truppenverband,diesmal unter dem Befehl des Generals Chabran; die Franzosen rücken in zwei Kolonnen gegen die Stadt vor und eröffnen das Gefecht mit starkem Artilleriebeschuß. Doch diesmals ist Wimpffens Schweizerregiment in der günstigeren Position; er erhielt weitere Verstärkungen spanischer Infanterie, Krutter und der katalanische Berufssoldat Joan Baget führen aus Igualada neue Freiwillige zu. Chabran erzielt am Anfang durch den Einsatz seiner Artillerie Geländegewinn, auch diesmal sind es die Schweizer,die die ersten Angriffswellen auffangen. Die Franzosen können zwar einen Teil des Ortes erobern, Häuser brennen, die Straßenkämpfe werden hauptsächlich von den katalanischen Guerilleros geführt; doch diesmal braucht es keinen Tambour; am Abend sind Chabrans Verbände geschlagen, sie müssen erneut das Schlachtfeld räumen.Die von Krutters Leuten geführten Insurgenten-Detachements fügen den Franzosen schwere Verluste zu; und sie können nicht verhindern, dass die gefangenen Soldaten gnadenlos niedergemacht werden.
Der Sieg hat neben der symbolischen Bedeutung zweifellos auch eine strategische: die Verbindung zwischen Barcelona und Lerida konnte nicht hergestellt werden, eine der Hauptverkehrsstrassen zwischen Katalonien und Frankreich war unterbrochen.Die Strafaktion gegen das aufrührerische Manresa konnte nicht durchgeführt werden,der Aufstand der Volksmassen geht erst jetzt richtig los.Der General Chabran musste eiligst das Gebiet von Tarragona verlassen, um nicht eingekesselt zu werden.
Seit Mitte des 19.Jahrhunderts gedenkt die spanische Öffentlichkeit und die Armee des Jahrestages von El Bruc.Der 1oo.Jahrestag wurde 19o8 in Anwesenheit des spanischen Thornfolgers begangen. Im spanischen Bürgerkrieg, besonders im republikanischen Katalonien erfuhr die Verehrung der Symbolfigur des Tambours einen Höhepunkt: zahlreiche Banknoten zeigten den Trommler in Heldenpose, Fahnen schmückten sein Bild.1952 wurde ein erstes Denkmal errichtet, 1954 schuf der Bildhauer Frederic Mares die monumentale Figur des „Timbaler del Bruc“ die heute am nördlichen Ortseingang steht. Bekannte Maler verewigten die „Batalles del Bruc“, 1944 wurde die Geschichte des Tambours das erste mal verfilmt,1981 wurde die Lebensgeschichte des Trommlers mit dem berühmten Schauspieler Andres Garcia in einer spanisch – mexikanischen Koproduktion erneut für die Leinwand bearbeitet. Jose Padro i Sala schrieb ein Musikstück und seit 1999 gibt es jährlich eine „Festa del Timbaler“ mit Kranzniederlegung, Festansprachen , Aufmarsch von Traditionsverbänden aus ganz Spanien und Frankreich,sowie Theateraufführungen und Konzerten. Und obwohl in keinem Schulbuch, in keinem Fremdenverkehrsprospekt, in keiner Veröffentlichung der Hinweis auf die ruhmreiche Rolle des Schweizerregiments „Suizo 1 de Wimpffen“ fehlt, vermisst man die Teilnahme Schweizer Repräsentanten. Der Bürgermeister, Rafael Escriu i Termes und der Organisator der „Fira de la guerra del frances“, Josep Vicente, die bereits mit den Vorbereitungsarbeiten für die 2oo-Jahr-Feier begonnen haben, hoffen auf die Teilnahme der „soldats suissos“ (und des Königs ) im Jahre 2oo8.“ Denn ohne die Suissos hätten wir mit Sicherheit nicht die Möglichkeit, der“glorioses jornades del 6 y 14 de Juny de 18o8“ zu gedenken“- sagen sie.
Die Rolle des Tambours von El Bruc wird durch die spanischen Historiker unterschiedlich bewertet – das Wort „eine hübsche Legende“ überwiegt. Den Grund dafür lieferten die zeitgenössischen Lokalhistoriker, die den Tambour zum Führer der schlechtbewaffneten aufständischen Bauern, zum General en chef verklärten, der seine Freiheitskämpfer an der Spitze seines Haufens zum Siege führt, und dadurch bewies, dass es möglich war, die regulären, kampferprobten französischen Truppen zu schlagen. Und es bedürfe lediglich eines mutigen, unerschrockenen Mannes, der das „einfache“ Volk zum Sieg führt. Angesichts der demoralisierten spanischen Armee eignete sich der Trommler hervorragend zu propagandistischen Zwecken, um den allgemeinen Volksaufstand anzuzetteln—die nachfolgenden Ereignisse haben für die Richtigkeit dieser „Legendenbildung“ den Beweis erbracht, denn nur einen Monat später, am 19.Juli 18o8 kesseln spanische und schweizerische Truppen einen großen Truppenverband der napoleonischen Armee bei Bailen ein und zwingen diese zur Kapitulation; 17.6oo Franzosen legen die Waffen nieder und wandern unter ihrem Oberbefehlshaber, General Dupont in die Gefangenschaft.
2011 wurde in Spanien ein Film unter dem Titel “Bruc” produziert; im Mittelpunkt dieses 85-Minutigen Films stand der Trommler von El Bruc.Der Regisseur und Produzent des Film, Daniel Benmayor machte aus dem Tambour einen Rambo like Sylvester Stallone: ein Einzelkämpfer gegen ein brutales Ergreifkommando der Franzosen.Die Franzosen
werden in diesem Film durch herstürzende Steine und Felsbrocken dezimiert, von kämpfenden Truppen keine Spur. Im Begleittext heißt es ” “Nur mit Hilfe eines Trommlers und der Berge schlug ein einfacher Köhlersohn der glorreichen französischen Armee eine tiefe Wunde und wurde für Napoleon Bonaparte zum Staatsfeind Nummer 1.Sein Leben ist eine Legende”.
Indessen gab es auch bei den Zeitgenossen, insbesondere beim spanischen Militär, das bis dahin von Niederlag zu Niederlage torkelte, Zweifel an der „spontanen Bauernrebellion“ und ihres siegreichen Führers, des „El Tamborilero“. Da es jedoch den Trommler tatsächlich gegeben hat, wenn auch nicht als siegreichen Schlachtenlenker, musste der Gegner herabgesetzt werden, um den Sieg glaubwürdig erscheinen zu lassen. Kurzerhand wurde der Kavalleriegeneral Francois Xavier Baron de Schwarz ( 1762-1826) zu einem „mediokren“ Offizier, zu einem unfähigen, ja feigen Troupier erklärt, der nach kurzem Kampf ohne zwingenden Grund den Rückzug angetreten habe. Doch wer die Geschichte der napoleonischen Armee kennt, weiß, dass in dieser Armee keiner zum Kavalleriegeneral gebracht hat, der der Feigheit bezichtigt werden konnte. Der General Schwarz hat an beinahe allen Schlachten der Revolutionskriege teilgenommen, kämpfte bei Austerlitz, erhielt hohe militärische Auszeichnungen und wurde bereits 1807 Brigadeneral. Die historische Wahrheit ist:Schwarz’Truppe setzte sich aus weitgehend unerfahrenen Soldaten zusammen, die erst 4 bis 6 Monate zuvor aus Italien und Neapel rekrutiert worden sind. Es waren nicht die ruhmreichen Grenadiere von Marengo, Austerlitz, Friedland und Jena, die bei El Bruc geschlagen wurden, sondern schnell ausgehobene „junge“ Regimenter, die so gut wie keine Kriegserfahrung hatten.Schwarz geriet in einen Hinterhalt, angegriffen von einem zunächst unsichtbaren Feind und dann gestellt von einem professionell geführten Kampfverband. Der Guerillakampf war im Begriff, erfunden zu werden, und wie die folgenden Jahre erwiesen, waren weder Napoleons Marschälle noch Napoleon selbst in der Lage, die Guerilla zu besiegen. So gesehen hatte der General Schwarz ,der sich in allen Schlachten Napoleons hervorragend bewährt hat,ebenso wenig Schuld an der Niederlage wie Tage später der General Chabran. Sie eröffneten die lange Reihe jener Militärs, die trotz zahlenmäßiger und technischer Überlegenheit vor der Partisanenkriegsführung kapitulieren mussten.
Wie realitätsfern die Franzosen die Situation beurteilten, zeigt eine Lagebeurteilung von Napoleon vom 21.Juli 18o8, einen Monat nach den Gefechten bei El Bruc: Il n’y a rien a craindre en Catalogne.
In diesem Zusammenhang sei ein interessanter Hinweis von Zelger in der Allg. Schweizerische Militärzeitung hingewiesen: er schreibt:”Die Operationen der Schweizertruppen spielten sich nicht auf demselben Kriegsschauplatze ab; vielmehr pflegte man unsere Landsleute in Regimenter, ja selbst Bataillone und Kompagnien getrennt ins Feuer zu führen. Die Mannschaften hatten somit Gelegenheit, den „kleinen Krieg“ gründlich kennen zu lernen, und man darf behaupten, dass ihre Leistungen und Mühsale im allgemeinen große waren, so dass fast jeder Schweizersoldat seine eigene Geschichte besitzt.“
In der Geschichte des Regiments Suizo Nr. 1 war El Bruc eine Episode; die Mitglieder dieses so ruhmreichen Kampfverbandes ahnten wahrscheinlich auch nicht, welchen Beitrag sie zum spanischen Freiheitskampf geliefert hatten, denn sie standen bereits seit Anfang des Jahres in ständigem Kampf mit den französischen Besatzern. Von Tarragona aus wurden kleinere Unternehmungen durchgeführt. Wimpffens Truppenverband trieb den französischen General Chabran in zahlreichen kleinen Gefechten vor sich her: bei Igualada, Llacuna, San Quintin und Villafranca wurde für beide Seiten verlustreich gefochten. Mitte Februar stand Wimpffen mit 4.ooo Mann bei Santa Coloma und trieb auch hier die Bildung von Insurgenten-Detachements mit großer Energie voran. Am 24. März kam es zu neuen Gefechten bei Tarras, bei denen Wimpffen, trotz Verstärkung durch spanische Truppen zum Rückzug gezwungen wurde.Er bezog seine neue Stellung bei Manresa.
Bei diesen Kämpfen erlitten die königstreuen Schweizerregimenter empfindliche Verluste an Mensch und Material. Wimpffen sammelte die Reste der drei Regimenter zu einem Kampfveband. Im Oktober 1808 wurde das Regiment in die spanische Armee unter General Juan Miguel de Vivie integriert: 400 Mann in die Avantgarde unter Alvarez, 270 Mann in die 1.Division unter Caldagdes. Unter Wimpffens Kommando wurde ein Reserveverband gebildet aus 60 Mann sppanische Gardedivision,188 Mann Grenadiere aus Soria, Schweizerregiment Wimpffen Nr. 1 169 Mann und ein Verband spanischer Husaren mit 6o Mann.Diese spanische Armee nahm dann an den Feldzügen der spanisch-englischen Verbänden unter Wellington teil. Nach der Beföderung zum Generalleutnant wurde Luiz de Wimpffen 1814 Generalstabschef der vereinigten spanisch-portugiesisch-englischen Verbände unter Wellington.
Der General von Wimpffen erhielt zahlreiche hohe Orden aus England, Russland und Spanien. 1818 wurde er Mitglied des Ordens des St.Hermenegilds. 1814 wurde er Ehrenbüger von Solothurn.
Übersetzung ins Spanische:
Don Lluiz Barón de Wimpffen: El Morgarten de España estaba en Cataluña
Ensayo de Hans Hermann von Wimpffen.
Al pie del mundialmente famoso monasterio de Montserrat, al norte de Barcelona, se encuentra el pequeño y romántico pueblo catalán de El Bruc. Rodeado de olivares y viñedos, el terreno está atravesado por profundas gargantas, muros de piedra y terraplenes de arcilla. Las casas del alargado pueblo fueron construidas justo al borde de un barranco de hasta 70 metros de profundidad, por el que hace 200 años pasaba la principal vía de comunicación entre Barcelona y la frontera francesa.
Cuando hacia las 11:00 del 6 de junio de 1808 una fuerza francesa de 3.800 hombres bajo el mando del general de caballería Schwarz, procedente de Barcelona, alcanza las afueras de El Bruc, no sospecha que será testigo y protagonista de un acontecimiento que influirá decisivamente en la historia de España en los años siguientes y que llevará a Napoleón, años más tarde en Santa Elena, a exclamar: «España me ha destruido».
La tropa del general Schwarz forma parte de la fuerza de ocupación francesa en España, que a comienzos de 1808 contaba con unos 150.000 hombres. Napoleón había ocupado Madrid y obligado al rey Carlos IV a abdicar en favor de su hijo. Pero cuando se supo que toda la familia real iba a ser trasladada a Francia, estalló en Madrid un levantamiento popular que fue reprimido sangrientamente por las tropas francesas.
Si en esa situación Napoleón hubiera permitido que el legítimo heredero, Fernando, subiera al trono, España podría haberse convertido en aliada de Francia contra Inglaterra. Sin embargo, el emperador decidió lo contrario: colocar a su hermano José en el trono español. Así, el rey José se convirtió en el protagonista de una «misión imposible». Según el general francés Marcellin de Marbot, se trató de «un procedimiento indigno de un gran hombre. Interponerse como mediador entre padre e hijo, atraparlos y despojarlos a ambos fue una vileza que la historia ha condenado y la providencia castigado, pues la guerra en España fue la verdadera causa de la caída de Napoleón».
La represión del levantamiento del 2 de mayo en Madrid, con más de 3.000 civiles muertos, y el secuestro de la familia real enfurecieron al pueblo. España se alzó en bloque; la Junta de Sevilla declaró la guerra a Francia. En todo el país estallaron rebeliones y los combates se llevaron a cabo con extrema brutalidad: soldados franceses capturados eran torturados, crucificados en puertas de graneros; los caminos se llenaban de horcas con «bandidos» insurgentes; pueblos enteros eran incendiados. Napoleón ordenó que todo civil capturado con armas fuera ejecutado inmediatamente.
También el general Schwarz recibió la orden de sofocar un levantamiento local y restablecer el orden. En Manresa, al norte de El Bruc, la población asaltó el ayuntamiento, expulsó a los ocupantes franceses y saqueó sus depósitos, apoderándose de armas y pólvora.
Cuando la columna francesa intentó cruzar la garganta junto a El Bruc la mañana del 6 de junio, de repente se oyeron disparos desde las alturas. Insurgentes con barretinas rojas abrían fuego desde todas partes. Cuando los franceses lanzaron el asalto, encontraron resistencia de soldados con uniformes azules cuyas disciplinadas descargas rompieron repetidamente sus ataques. Tres oleadas fueron rechazadas con grandes pérdidas. Casas ardían, más de 300 muertos yacían en el campo, entre ellos 7 guerrilleros de El Bruc. Al oírse a lo lejos un redoble de tambor, los franceses se retiraron hacia Abrera, en dirección a Barcelona.
La supuesta rebelión campesina se había convertido, gracias a los «Azules» —como se llamaba a los soldados por sus uniformes— en un verdadero combate, en cuyo centro estaba la defensa organizada del «Regimiento Suizo n.º 1 Barón de Wimpffen». ¿Cómo llegaron soldados suizos de Solothurn, Friburgo y Argovia a este «lugar perdido de la mano de Dios» en medio de Cataluña?
Desde 1515, los suizos habían estado al servicio de los reyes de España. Hasta 1804, cinco regimientos suizos servían a la corona española; después, seis. Junto con otros regimientos extranjeros, especialmente valones, formaban la columna vertebral de un ejército español debilitado desde la Revolución Francesa.
Todos los regimientos suizos vestían uniforme azul con cuello rojo y cordones plateados, además de pantalón negro. Los oficiales llevaban sombrero con penacho. Se distinguían por las inscripciones en los botones del uniforme.
Muchos soldados suizos enfrentaron un dilema moral al comenzar la guerra contra Napoleón: luchar por el rey y la monarquía o rendirse al emperador francés y sus ideales revolucionarios. Dos de los seis regimientos se unieron a Napoleón; el regimiento «Suizo n.º 1 de Wimpffen», en cambio, permaneció fiel a España.
Este regimiento se convirtió en una unidad legendaria, participando en 45 combates. Cuando luchó en El Bruc, contaba con 2.056 hombres; en 1812 solo quedaban 152.
En 1807, el coronel Ludwig (Lluiz) von Wimpffen estableció su cuartel en Barcelona y organizó una fuerza guerrillera con voluntarios catalanes. Para el 6 de junio de 1808, disponía de unos 6.000 hombres entre suizos, desertores, infantería española y voluntarios catalanes.
Wimpffen no se hacía ilusiones sobre la eficacia de su heterogénea tropa. Sin embargo, contaba con el apoyo de los campesinos, que ayudaban a vigilar y obstaculizar a los franceses.
Se ideó una estratagema: usar el eco del Montserrat para simular refuerzos. El joven Isidre Llussà fue colocado con tambores para producir un estruendo impresionante. La maniobra funcionó: los franceses creyeron que llegaban refuerzos y se retiraron. Así nació la leyenda del «Tambor de El Bruc».
La victoria se propagó por España como la pólvora y se convirtió en símbolo de resistencia.
El 14 de junio, una nueva fuerza francesa bajo el general Chabran atacó, pero fue nuevamente derrotada. La victoria tuvo importancia estratégica: se cortó la comunicación entre Barcelona y Lérida y se fortaleció la rebelión.
Desde el siglo XIX, España conmemora estos hechos. El «Timbaler del Bruc» se convirtió en figura simbólica, con monumentos, obras de arte, películas y celebraciones.
Aunque algunos historiadores consideran exagerado su papel, el impacto propagandístico fue enorme. Poco después, en Bailén, un ejército francés entero capituló.
La realidad histórica muestra que las tropas francesas eran en gran parte inexpertas y fueron sorprendidas por una combinación de guerrilla y tropas regulares. Fue el inicio de la guerra de guerrillas moderna, que Napoleón nunca logró dominar.
Para el regimiento suizo, El Bruc fue solo un episodio dentro de una larga campaña. El general Wimpffen continuó luchando, participó en campañas junto a Wellington y recibió numerosas condecoraciones. En 1818 ingresó en la Orden de San Hermenegildo y en 1814 fue nombrado ciudadano honorario de Solothurn.
Testament von Don Francisco Louis Wimpffen
Übersetzung aus dem Spanischen:
Testament von Don Francisco Louis Wimpffen
Testament von Don Francisco Louis Wimpffen, Generalleutnant der Armeen Seiner Katholischen Majestät, Oberst des nach ihm benannten Schweizer Regiments, Großkreuz des Königlichen und Militärischen Ordens von San Fernando und derselben Klasse von San Hermenegildo, Ritter des Ordens der Lilie (Fleur-de-Lys), mit verschiedenen militärischen Auszeichnungen wie für die Schlachten von Vitoria, Savona, Tolosa, der ersten, der dritten und der vierten Armee etc. etc.
Geboren am zehnten Oktober des Jahres eintausendsiebenhundertachtundfünfzig in der Stadt Altkirch im Oberelsass, Sohn von Don Jose Louis und Dona Anastasia Zurbach; katholisch, apostolisch, römisch, wie es auch all seine Vorfahren waren. Er erklärt:
1.
Dass seine Eltern und Geschwister bereits im besseren Leben (verstorben) sind, womit die Barone dieser Linie seiner Familie erlöschen; dass die nächsten Verwandten zwei Nichten sind, namentlich Dona Theresa und Dona Mariana, Töchter seiner einzigen Schwester, die mit Don Francisco Brauneisen verheiratet war, welcher, genau wie seine Frau und die zweite Nichte Mariana, vor vielen Jahren verstorben ist. (am Rand: Unterschrift)
2.
Von den oben genannten Nichten ist über die ältere, Dona Theresa, nichts bekannt. Die zweite, Dona Mariana, ist in Hirsingen ansässig, eine Legue von Altkirch entfernt, dem Dorf ihrer Geburt. Diese hat eine junge Frau namens Dna Josefa als ihre Tochter adoptiert, die als solche mit Herrn M. S. Hell, einem Sohn aus Hirsingen, verheiratet ist; und ich erkläre, dass ich sie als eine solche Tochter anerkenne, damit sie alle Vorteile genießen kann, die den Töchtern zustehen. (am Rand: Unterschrift)
3.
Er erklärt, dass er am heutigen Tage dieses Dokuments keinerlei Schulden hat, weder direkte noch indirekte, noch andere Verpflichtungen außer den laufenden, deren Begleichung einzig von seinem Willen abhängt; folglich ist jede Reklamation, die aus dem Haushaltsverbrauch resultiert und über einen Monat ab dem heutigen Datum hinausgeht, als unrechtmäßig zu betrachten. (am Rand: Unterschrift)
4.
Wenn es Seiner Göttlichen Majestät gefällt, ihn zu Sich zu rufen, wünscht er, dass sein Leichnam drei volle Tage von jeweils vierundzwanzig Stunden aufgebahrt wird, bevor er bestattet wird. Das Begräbnis und die Trauerfeier sollen würdig, seinem Stand angemessen und nicht prunkvoll sein – dies ist eine Schuld gegenüber der Gesellschaft, die man nicht versäumen darf. Die übrigen Bestimmungen für das Seelenheil wurden bereits im Voraus vor dieser seiner letzten Willenserklärung Personen seines vollen Vertrauens übergeben, die für deren pünktliche Ausführung sorgen werden. (am Rand: Unterschrift)
5.
Ihrem Kammerdiener Domingo Gutierrez, gebürtig aus Gibraleon, Grafschaft Niebla, der seit Januar eintausendachthundertzwölf in seinem Dienst steht, soll – falls er am Tage seines Ablebens noch in seinem Dienst ist – ein Jahresgehalt gezahlt werden, und zwar in der Höhe des Betrags, den er in jenem Monat bezog. Zudem soll er einen harten Taler (Duro) für jeden Monat erhalten, den er nachweislich in seinem Dienst verbracht hat, wobei die zwölf Monate des außerordentlich gewährten Jahresgehalts mitgezählt werden. Dies ist vor allen anderen Zahlungen bevorzugt zu leisten, als Dank für die Loyalität, mit der er mir gedient hat.
Den übrigen Bediensteten, die sich zu diesem Zeitpunkt im Hause befinden und die mindestens ein Jahr Dienstzeit an seiner Person geleistet haben, sind sechs Monate ihres üblichen Gehalts zu zahlen, das sie zu dem Zeitpunkt bezogen. (am Rand: Unterschrift)
6.
Er wünscht, dass von den Vermögenswerten, die nach seinem Tod verbleiben, zweitausendvierhundert hiebe/harte Pesos (2400 Duros) abgesondert werden. Diese sollen in die Hände von Dna Rita Godina gegeben werden, um sie zu verwalten und mit deren Ertrag den Unterhalt ihrer Tochter, Dna Dolores Godina, zu unterstützen. Diese wurde auf Mallorca im Monat Juni oder Juli des Jahres eintausendachthundertzwölf geboren, wo sie sich derzeit mit ihrer Mutter aufhält. Diese zweitausendvierhundert Duros dürfen unter keinem Vorwand geschmälert oder blockiert werden, außer um besagte Tochter, Dona Dolores, auszustatten und in den Ehestand zu führen. Sobald dies geschehen ist, müssen sie vollständig in ihre Hände übergehen, um als ihr freies Eigentum über sie zu verfügen. Sollte die besagte Dna Dolores Godina das Unglück haben, zu sterben, bevor sie verheiratet ist/einen Stand eingenommen hat, bleibt ihre Mutter Dna Rita die Nießbraucherin, und diese Schenkung fällt danach an die Erbmasse des Testaments zurück. (am Rand: Unterschrift)
7.
Er wünscht nicht, dass bezüglich der in seiner Zahlung hinterlassenen Erbgüter Ansprüche geltend gemacht werden, noch dass von denjenigen, die mit deren Verwaltung betraut waren, Rechenschaft gefordert wird, da er sie bereits durch ein früheres Dokument von jeder Verpflichtung entbunden hat. Da es sich hierbei um eine Schenkung unter Lebenden handelt, die er hiermit bekräftigt, gibt es keinen Grund, darauf zurückzukommen. (am Rand: Unterschrift)
8.
Er erklärt, dass er nie verheiratet war und keine Verpflichtungen dieser Art auf sich geladen hat. Daher hat er keine rechtmäßigen Kinder und hat auch keine Kenntnis davon, uneheliche Kinder zu haben. Obwohl bestimmte Personen in den Genuss seiner Großzügigkeit kamen, verdanken sie dies der Güte seines Herzens und keinerlei direkten oder indirekten Verpflichtungen seinerseits. (am Rand: Unterschrift)
9.
Es ist die Absicht des Testators, diesem Dokument ein KodiZill (Zusatztestament) beizufügen oder separat zu verfassen, welches die Denkschriften oder privaten Schenkungen enthält, die er seinen Freunden, Freundinnen und anderen Personen zukommen lassen möchte, die um seine Anerkennung bitten. Es ist sein Wille, dass diese mit derselben Gewissenhaftigkeit ausgeführt werden wie die Bestimmungen in diesem Testament. Es wird auch die Begründungen enthalten, die er besitzt, obwohl diese sich in den jährlichen Einnahmen- und Ausgabenbüchern sowie in den Mappen befinden, welche die Belege enthalten. (am Rand: Unterschrift)
10.
Sind alle Vermächtnisse erfüllt, die in den Artikeln des vorliegenden Testaments und im angekündigten Kodizill zum Ausdruck gebracht werden, so will er, dass alles Übrige seines Besitzes – seine Kleidung, Textilien/Matratzen (alefas), Gemälde, Bücher, Landkarten, Möbel und Hausrat – verkauft wird. Daraus soll eine Masse gebildet werden, die zu allen übrigen Beständen hinzugefügt wird, die sich bei seinem Ableben vorfinden.
Nachdem von all dem, wie bereits gesagt, alle Vermächtnisse erfüllt wurden, die dieses Testament und das Kodizill ausdrücken und festlegen, erkläre und setze ich meine beiden Nichten zu meinen Universalerbinnen ein – Töchter meines einzigen Bruders (im Text fälschlich Hennano/Schwester), ich sage Bruders, Mariana, die mit Dn Francisco Brauneisen verheiratet war –, namentlich Dna Teresa, die ältere, und Dna Mariana, die jüngere. Letztere lebt und ist in Hirsingen, Bezirk Altkirch, Oberrhein, ansässig; der Verbleib der älteren ist mir unbekannt. Und selbst wenn die eine oder die andere bereits verstorben sein sollte, darf sich an dieser Verfügung nichts ändern, da beide legitime Erben haben, die von mir als solche anerkannt sind und die ich für diesen Fall als Ersatz-Erben einsetze. (am Rand: Unterschrift/Ende)
11.
Damit die in diesem Dokument enthaltenen Bestimmungen sowie alle, die mit späterem Datum erscheinen und die gebührende Legitimität aufweisen, buchstabengetreu ausgeführt werden, ernenne ich zu meinen Testamentsvollstreckern: den Exzellentesten Herrn Grafen von Florida Blanco, Herrn Dn. Nicolas Duran (Oberst, dieser Garnison zugeteilt) und Dn Santiago Larramendy (aus dem Handelsstand) – alle drei Einwohner von Madrid. Ich bitte und ersuche sie, dieses Amt anzunehmen und den Toten, die ihnen bereits im Voraus dafür danken, diesen letzten Gefallen zu erweisen. (am Rand: Unterschrift/Ende)
Ich, der unten Unterzeichnende, befinde mich in guter körperlicher und geistiger Gesundheit und erkläre das vorstehende Schriftstück, das elf Artikel enthält und von mir auf jedem einzelnen parphiert wurde, niedergeschrieben auf eineinhalb Bögen langem und gezähltem Papier, zu meinem letzten Willen. Als solcher soll er ohne Auslegung ausgeführt werden, und kein Dokument mit einem früheren Datum soll Gültigkeit besitzen.
Gefasst zu Madrid, heute am zwanzigsten März des Jahres eintausendachthundertneunundzwanzig (20. März 1829).
Luis Wimpffen
Postskriptum (Nachschrift)
Ich füge als Postskriptum hinzu, da ich zu erklären vergaß: dass dieses gesamte Schriftstück vom Anfang bis zum Ende von der eigenen Hand des Testators geschrieben wurde. Ich kündige dies hier an, um dem Dokument nicht die Kraft zu nehmen, die ihm dieser Umstand verleiht, und autorisiere dies sogleich mit meiner Unterschrift.
Luis Wimpffen


































